Ehrlich gesagt wollte ich gestern viel früher los. Aber so kam ich genau richtig, um die langen Schatten und das goldene Licht zu erwischen – kurz bevor die Sonne unterging. Mit dem Rad los, vorbei an den Feldern, einmal um unseren kleinen Hügel herum. Im Schatten stehen heißt eben nicht, dass es weniger schön ist – ganz im Gegenteil.

… am Ende des Hügels: Sonnenblumen, so weit man schauen konnte. Was für ein Anblick, ich blieb stehen, um den Moment in vollen Zügen auszukosten, mich einfach gedreht, mit der Kamera in der Hand – dieses Gefühl von so viel Schönheit auf einmal. Freude, Frieden, ein pures Glück … einfach so – weil die Natur macht, was sie macht.
Mit Musik im Ohr weiter den Mauerweg entlang, gesäumt von Gräsern und Bäumen. Friedlich aussehende Menschen, eine Hängematte zwischen den Birken – zwei, die sich umarmten. Ein Stück Himmel auf Erden – und ja, das gibt es überall auf der Welt, den Zauber des Lebens kann man nur mit offenem Herzen entdecken.
Ein kleines hölzernes Tor lugte zwischen den Bäumen hervor. Es brummte und summte von allen Seiten, alte Hölzer, bunte Blumen und Sträucher und mittendrin eine Königskerze, gut drei Meter hoch – beeindruckend. Welch zauberhafter Anblick, welch magischer Ort.

Diesen Weg sind schon viele zuvor gekommen und gegangen. Das Besondere aber daran war, ihn selbst entdeckt zu haben:
Der wahre Zauber liegt im Finden ohne fremden Input, wenn deine Seele sich so sehr daran erfreut, dass du gar nicht genug von diesem Ort bekommen kannst. Ganz ohne dass dir jemand gesagt hat, wo’s langgeht – dann hast du dein Glück auf deine ganz eigene Art gefunden.
Und darum geht’s manchmal im Leben: sich die Begeisterung zu bewahren, mit den Augen eines Kindes etwas zu begreifen, ganz ohne Berechnung, ohne Erwartung und ohne Plan, aber so, als wäre dies ein Moment, an dem ein Mensch diese Entdeckung zum ersten Mal gefunden, gesehen, gehört, gefühlt, geliebt oder gelebt hat …
dafür braucht man sich einfach nur auf den Weg zu machen… 🙂
Sonnenblumenfeld von Jay T.
